Bundesamt für Naturschutz

Teilprojekt MehrWert Ampertal - Landschaft und Menschen verbinden

Fehlendes extensives Grünland und Nasswiesen

Der Anteil landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen (Acker, Intensivgrünland) nimmt im Projektgebiet Thonstettendeutlich zu, dies führt zu einem Rückgang von extensiven Wiesen und des Lebensraumes für Wiesenbrüter. 

Der z.B.  Große Brachvogel ist eine Art, die das Offenland braucht. Er reagiert sehr empfindlich auf lange und dichte Hecken, von welchen er mit seinem Gelege mind. 100 m Abstand hält. Ursprünglich ist es eine Art der offenen Niederungslandschaften, insbesondere Kleinseggensümpfen in Niedermooren oder offenen Hochmooren . Durch den Rückgang dieser Lebensräume war er gezwungen, immer mehr auf feuchte Wiesen und Überschwemmungsflächen mit extensiver landwirtschaftlicher Nutzung auszuweichen. Nur auf diesen Flächen findet er die kurzrasige und lückige Wiesen mit stocherfähigen Böden, die er braucht.

Aber auch der Kiebitz, ein Bewohner von schütteren, niedrigwüchsigen und lückigen Wiesen, ist mittlerweile aufgrund des Lebensraumverlustes auf gut überblickbare Äcker ausgewichen.

Falsche Bewirtschaftungszeiten (zu frühe Mahd, Walzen der Flächen während der Brutzeit) oder eine Intensivierung der Landwirtschaft wie Überdüngung der Flächen oder  Umbruch von Grünland führten in der Vergangenheit zu einem  Rückgang der Gelege  in den neuen Lebensräumen der Wiesenbrüter. 

Die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einer zunehmenden botanischen Artenverarmung und einem Artenrückgang der Bodenlebewesen. Da zwischen Pflanzen und Insekten (aber auch anderen Gliedertieren) eine sehr enge Abhängigkeit besteht, führt dies folglich auch zu einem geringeren Insektenvorkommen

Unter anderem ist aus diesem Grund ein immenser Rückgang von bodenbrütenden Vögeln zu beobachten.

 

Der Große Brachvogel, Bekassine, Braunkehlchen und der Kiebitz sind schon längere Zeit nicht mehr dort beobachtet worden.

Das Wiesenbrütergebiet Thonstetten hat somit stark an seiner Biotopqualität eingebüßt, birgt aber immer noch ein hohes Potenzial für die Wiederbesiedlung der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Dieses Potenzial besteht aus einer weitgehend kleinräumigen Bewirtschaftungsweise, den vielen Gräben die dauerhaft Wasser führen, den Altarmen und den gesetzlichen Bewirtschaftungsvorgaben.

Fördern kann man dieses Potenzial mit der Anlage von flachen Böschungen und der Freistellung der Gräben von Gehölzen die durch falsche bzw. nicht stattgefunden Pflege stark verbuscht sind und somit den Lebensraum für z.B. gefährdete Libellenarten zurückgedrängt haben. Die Büsche und Bäume sind gleichzeitig zum Problem für die Wiesenbrüter geworden, da sie zu Ansitzwarten für Krähen und Greifvögel wurden.

Überzeugung & Information

Der direkte Kontakt, mittels gut organisierter Workshops, Exkursionen oder Erläuterung der Maßnahmen vor Ortdurch den LPFV Freising zu den Gemeinden und den Landwirten, soll deren Akzeptanzbildung, für die Problematik der Wiesenbrüter, Libellen und anderen Arten, bewirken. 

Auch werden Bürger und Gemeinderäte eingeladen zur Umsetzung von Maßnahmen vor Ort, die nur durch Handarbeit durchgeführt werden können – wie Neophythenbekämpfung, um die Problematiken auch der Bevölkerung aufzuzeigen.

Foto: Kiebitz

Durch diese gezielte Öffentlichkeitsarbeit, soll die Bereitschaft der Grundstücksbesitzer steigen, auf Ihren Flächen Maßnahmen für z.B. Wiesenbrüter und Libellen durchführen zu lassen. 

Erst mit der Finanzierbarkeit der Maßnahmen durch öffentliche Fördergeldgeber und dem LPfV als vertrauensvollen Umsetzer der Maßnahmen, gewinnen die Landwirte das Vertrauen ihre Grundstücke zur Verfügung zu stellen und als Beteiligter für Ihre Arbeit auch entlohnt werden zu können.

Der LPfV Freising führt seit mehreren Jahren aktiv Maßnahmen, im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in dem Gebiet durch und kann auf eine jahrelange Erfahrung aus dem Projektgebiet Freisinger Moos zurückgreifen, wo er schon sehr erfolgreich Renaturierungsmaßnahmen für Wiesenbrüter durchführt.

Machen sie sich ein Bild von dem Projekt: " Biotopverbund - Landschaft und Menschen verbinden 
Foto: typischer Feuchtlebensraum des Kiebitzes

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